Sehr viel trinken

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Ganz wichtig ist : Sehr viel trinken!

Das heißt für die ersten vier Stunden der Blasenentzündung:

Alle 20 Minuten 250 ml trinken.

Das sind dann drei Liter innerhalb der ersten vier Stunden.

Die Blase wird also gleich zu Beginn der Blasenentzündung kräftig durchgespült. Ein großer Teil der Bakterien kann so direkt ausgespült werden und hat nicht mehr die Gelegenheit, sich in der Blase festzusetzen und zu vermehren. Erfolgreich ausgespülte Bakterien muss man auch nicht mehr mit Antibiotika behandeln, denn sie können der Blase nichts mehr anhaben.

Nach den vier ersten Stunden kann man etwas langsamer weitertrinken, aber es sollte immer noch sehr viel Flüssigkeit sein, bis die Blasenentzündung vollständig ausgeheilt ist.

Als Faustregel gilt:

Mindestens 3 - 4 Liter pro Tag trinken.

Am besten trinkt man stilles Wasser oder Blasentee.

Leitungswasser

Schlichtes Leitungswasser ist in Industrieländern meistens von hoher Qualität, außer man hat Bleirohre im Haus oder ähnliche Probleme.

Der Vorteil von Leitungswasser ist, dass es reichlich zur Verfügung steht und jederzeit zu haben ist. Außerdem ist es sehr preiswert im Vergleich zu Flaschenwasser.

Wasser hat zudem den Vorteil, dass es einfach aufgrund seiner neutralen Flüssigkeit harntreibend wirkt, ohne die Niere zu reizen.

Beim Trinken von Leitungswasser sollte man jedoch ein paar Kleinigkeiten beachten.

Wenn man das Leitungswasser aus dem Hahn zapft, sollte man zuerst ein wenig Wasser durchlaufen lassen, damit man nicht das Wasser zum Trinken nimmt, das schon eine Weile im Hahn gestanden hat.

Salz ins Wasser streuen

Vier Liter Wasser pro Tage sind eine ganze Menge für den Körper. Wenn man sich außerdem salzarm ernährt, kann es durch die große Trinkmenge zu einem gewissen Salzmangel kommen (Hypotone Hyperhydration). Die Folgen davon könnten unter anderem Kopfschmerzen sein.

Daher ist es sinnvoll, wenn man auf jede 1,5 Liter Flasche zwei gute Prisen Salz in das Wasser streut.

Das ist eine geringe Menge, die man kaum durchschmeckt. Bei dieser geringen Menge wird davon ausgegangen, dass man zusätzlich noch mit der Nahrung normal viel Salz zu sich nimmt. Wenn man nahezu salzfrei isst, braucht man sogar noch mehr Salz im Wasser.

Am besten nimmt man dafür ein möglichst naturbelassenes Meersalz, weil darin außer dem Kochsalz auch noch andere Mineralsalze enthalten sind. Wenn man so ein Meersalz jedoch nicht im Haus hat, tut es auch ein ganz gewöhnliches Haushaltssalz.

Mineralwasser

Mineralwasser ist sehr gut geeignet, um es bei einer Blasenentzündung zu trinken.

Ein stilles Mineralwasser ist jedoch einem Sprudelwasser vorzuziehen, weil es auf den Magen schlagen kann, wenn man so viel Sprudelwasser trinkt, wie man zum Durchspülen der Blase trinken muss.

Die meisten Mineralwässer enthalten genug Salze und Mineralien, um sich selbst in etwas auszugleichen.

Natriumarmes Mineralwasser enthält jedoch zu wenig Salz, wenn man es in großen Mengen trinkt. Hier gilt dann das Gleiche wie beim Leitungswasser: zwei Prisen Salz pro Flasche hinein streuen.

Blasentee

Blasentee ist sehr beliebt und gut geeignet als Getränk bei Blasenentzündungen.

Die meisten fertig gemischten Blasentees wirken in erster Linie harntreibend. Harntreibend bedeutet, dass sie die Niere dazu anregen, möglichst viel Harn zu produzieren. Das dient dazu, die Blase kräftig durch zu spülen.

Bei ausreichender Trinkmenge (vier Liter pro Tag) ist es jedoch im Normalfall nicht nötig, die Harnbildung extra anzutreiben. Meistens muss man auch ohne harntreibende Tees eine Menge Wasser lassen. Nur bei manchen Betroffenen wird trotz großer Trinkmenge nur wenig Harn produziert. Ein Blasentee ist also meistens nicht unbedingt nötig, um den Durchspüleffekt zu erreichen.

Ein wirklich hilfreicher Blasentee ist einer, der zusätzlich antibakterielle, entkrampfende und entzündungshemmende Eigenschaften hat. Die meisten typischen Blasenkräuter in Fertigmischungen haben auch die eine oder andere heilende Wirkung, was ihren Einsatz bei Blasenentzündung durchaus sinnvoll macht.

Meistens schmecken die Fertigmischungen auch ganz passabel und es tröstet auch die Seele, einen warmen Kräutertee zu trinken.

Wenn man sich salzarm ernährt, sollte man übrigens auch dem Blasentee ein wenig Salz beigeben, wenn man ihn in großen Mengen trinkt. Wenn er hingegen nur eine Ergänzung zum Wasser darstellt, kann man das Salz auch weglassen.

Fertige Blasenteemischungen erhält man in Apotheken, Drogerien und Supermärkten. Meistens sind sie in Teebeutel abgepackt und daher einfach zuzubereiten. Tees in Apotheken sind häufig auf ausreichende Wirkstoffe hin überprüft worden, was auch einen höheren Preis rechtfertigt.

Man kann sich auch eine eigene Blasentee-Mischung zusammenstellen.

Mehr Informationen über Heilpflanzen gegen Blasenentzündung finden Sie ab Seite 56.

Alkohol vermeiden

Während einer Blasenentzündung sollte man keinesfalls Alkohol trinken.

Alkohol reizt einerseits die Nieren und zwar stärker, als ihnen bei einer Blasenentzündung  gut tut.

Andererseits schwächt Alkohol den gesamten Organismus, sodass man nicht mehr genug Kraft hat, sich erfolgreich gegen die Blasenentzündung zu wehren. Die Blasenentzündung kann sich dadurch verschlimmern und länger dauern.

Zusammen mit Antibiotika darf man auch meistens keinen Alkohol zu sich nehmen. Die Leber kann den Alkohol nämlich nicht richtig abbauen, wenn sie zugleich mit dem Abbau der Antibiotika beschäftigt ist.

Daher ist Alkohol während einer Blasenentzündung  tabu.

Darf man Kaffee und Schwarztee trinken?

Bisher galten Kaffee, Schwarztee und andere coffeinhaltige Getränke als verboten bei Blasenentzündung. Der Grund dafür war, weil sie als Wasserräuber galten, der die Niere reizt, also weil sie harntreibend wirken.

In den letzten Jahren hat man jedoch neue Erkenntnisse über Kaffee und Tee gewonnen.

Kaffee und Tee wirken zwar durchaus harntreibend, aber wenn man sie gewöhnt ist, ist diese Wirkung nur schwach ausgeprägt. Die leichte harntreibende Wirkung, die dennoch von ihnen ausgeht, ist bei einer Blasenentzündung ja durchaus erwünscht.

Ihren schlechten Ruf als Wasserräuber, der dem Körper Wasser entzieht, haben Kaffee und Tee inzwischen also verloren. Man darf sie inzwischen sogar zur täglichen Trinkmenge hinzurechnen.

Allerdings sollte man bei einer Blasenentzündung keinesfalls vier Liter Kaffee oder Tee pro Tag in sich hineinschütten. Das wäre aus anderen Gründen sehr ungesund, denn die anregende Wirkung wäre zu stark. Auch der Magen könnte bei so einer großen Kaffeemenge Probleme bekommen.

Sinnvoll ist es also, in aller Ruhe seinen gewohnten Morgenkaffee oder Tee zu trinken und die nötige Wassermenge ansonsten mit Wasser oder Kräutertee zu decken.

Achtung!

Bei einigen Antibiotika sollte man keine coffeinhaltigen Getränke trinken, weil die Wirkung von Getränk und Antibiotikum dadurch verstärkt werden. Auch Milch (z.B. als Milch im Kaffee) darf bei manchen Antibiotika nur in einem bestimmten zeitlichen Abstand zum Medikament zu sich genommen werden.

Daher sollte man bei Antibiotika-Einnahme genau den Beipackzettel studieren, ob man Kaffee, Tee und Milch zu sich nehmen darf.

Darf man Fruchtsäfte trinken?

Über Fruchtsäfte liest man häufig, dass man sie bei einer Blasenentzündung besser vermeiden sollte, weil sie den Urin sauer machen. Da soll zu verstärktem Brennen beim Wasserlassen führen.

Saure Früchte bewirken jedoch nicht unbedingt, dass der Urin saurer wird. Bei vielen Früchten ist sogar das Gegenteil der Fall, denn sie werden alkalisch verstoffwechselt. Der Urin wird von zahlreichen Früchten also eher alkalischer als er vorher war. Das gilt unter anderem für Cranberries und Cranberry-Saft.

Wenn einem Fruchtsaftgetränk jedoch Vitamin-C zugefügt wurde, dann hat das durchaus eine säuernde Wirkung auf den Urin. Auch Zucker im Saft kann leicht säuernd auf den Urin wirken.

Es kann also von Saft zu Saft bzw. zu Fruchtsaftgetränk verschieden sein, ob die Wirkung auf den Urin säuernd oder alkalisierend ist. Im Zweifelsfall sollte man es mit einer kleinen Menge Saft ausprobieren.

Fruchtsäfte und Fruchtsaftgetränke sind jedoch nicht geeignet, um den vollständigen Tages-Trinkbedarf bei einer Blasenentzündung zu stillen.

Auf den Magen wirken saure Getränke nämlich durchaus säuernd, was bei großen Mengen unangenehm werden kann.

Außerdem haben Fruchtsäfte relativ viele Kalorien, was sich in großer Menge auf die Figur auswirken kann. Das muss zwar kein Nachteil sein, aber es ist gut, es zu wissen und gegebenenfalls zu berücksichtigen.



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